Warnung des Gastro-Obmanns

Auslaufen der Stundungen als nächste Herausforderung
© Pixabay

Der Gastro-Obmann Peter Dobcak sieht im kommenden Jahr neue Schwierigkeiten für die Gastronomiebranche

Auch wenn es so scheint, als hätte sich die Wiener Gastronomie nach dem Ende des Lockdowns einigermaßen normalisiert, hat Peter Dobcak, der Fachgruppenobmann Gastronomie in der Wiener Wirtschaftskammer, in einem Gespräch mit der APA davor gewarnt, sich von diesem Bild täuschen zu lassen. Grund für seine Warnung sind die die Stundungen, die nun graduell auslaufen. Das sorge für neue Probleme. Vor allem im nächsten Jahr werde es möglicherweise schwierig, so Dobcak.

Steigende Preise

So habe sich generell gezeigt, dass all jene Unternehmen eine ordentliche Unterstützung bekommen haben, die ihre Umsätze auch immer ausgewiesen hätten. Die Überbrückungskredite müssten nun aber sukzessive zurückgezahlt werden. Daher sei es verfrüht zu behaupten, dass die Branche gut durch die Pandemie gekommen sei. „Da muss ich sagen, kracht es gewaltig im Gebälk“, erklärt Dobcak. Daher sieht der Fachgruppenobmann die Notwendigkeit, den ermäßigten Umsatzsteuersatz von fünf Prozent weiterzuführen. Die Gäste und auch die Gewerkschaften ersuche er um Verständnis, „dass man schlicht und einfach mit den Preisen hinaufgehen muss“. Man könne nämlich nicht zum einen fordern, den Mitarbeitern mehr zu zahlen und dann kritisieren, dass Preise erhöht wurden.

Auch appellierte er an den Sozialpartner, in dieser Angelegenheit gemeinsam vorzugehen, sodass beide Seiten gut leben könnten: „Weil momentan kann keiner gut leben davon“, so der Kammer-Vertreter. Hinzu würden Vorschläge wie eine Arbeitsverkürzung bei vollem Lohnausgleich von allen moralisch befürwortet werden, „wenn uns jemand das große Geheimnis verrät, wer das bezahlen soll“. Daher empfiehlt Dobcak auch begleitende Maßnahmen der Bundesregierung, also etwa steuerlich begünstigte Überstunden.

Personalmangel

Darüber hinaus gibt es aktuell einen Mangel an Mitarbeitern. So sei ein großes Problem hier, dass das Stammpersonal zunächst oft bleibe, dieses aber somit stärker belastet werde, wenn die Belegschaft kleiner wird. Daher sieht der Gastor-Obmann auch hier eine Notwendigkeit, Maßnahmen zu setzen. Ein Vorschlag von Dobcak wäre diesbezüglich, eine „Turboausbildung“ für ältere Bewerber, die nicht unbedingt eine Lehre machen wollten. Dem hinzu verlangt er, dass auch die Rot-Weiß-Rot-Card auf das Gehaltsniveau der Branche ausgerichtet werden soll.

Dobcak ist überzeugt davon, dass die kommenden Monate eine große Herausforderung bedeuten. So kommen etwa bereits Rückmeldungen aus Betrieben, die fürchten, dass es heuer deutlich weniger Weihnachtsfeiern geben werde. Und auch der Zustrom an Touristen sei noch weit weg vom früheren Niveau. Zudem seien auch viele Wiener noch im Homeoffice, weswegen das Mittagsgeschäft oft wegfallen würde. Auch Take-Away könne dies nicht ersetzen, da meist keine Getränke mitkonsumiert würden.

Auffällig sei außerdem, dass viele Wirte noch kein elektronisches System hätten, mit denen am Handy der QR-Code bei den Impfnachweisen gecheckt werden könnte. „Es machen sich manche Gastronomen das Leben leider selber schwer.“ Auch kenne Dobcak Kollegen, die wenig Verständnis für die neuen Maßnahmen hätten. Es handle sich dabei aber oft um Lokale, deren Klientel zum Teil noch nicht geimpft ist. Hier gebe es durchaus Unterschiede bei den Betrieben, berichtete er.

Alles besser als ein Lockdown

Der Castro-Obmann ist der Meinung, dass die neuen Wiener Coronaregeln umsetzbar seien. ALs Testnachweis in der Bundeshauptstadt gelte demnach ab dem 1.Oktober nur mehr PCR-Zertifikate. Ob jemand mit einem Aneignetest-Nachweis komme oder mit einem PCR-Nachweis, sei in der Kontrollroutine egal. Doch Dobcak betont, dass alles besser sei als ein neuer Lockdown. Dennoch wisse man, dass die Pandemie nur durch die Impfung überwunden werden könnte, auch wenn der Kammer-Vertreter Verständnis für den Wiener Sonderweg zeigt.

APA/ Red.

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