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Das negative Ergebnis der Tourismusbilanz 2018 wurde aufgearbeitet

 

Das Burgenland verzeichnete als einziges Bundesland in der Tourismusbilanz 2018 einen Rückgang an Nächtigungen. Tourismuslandesrat Alexander Petschnig, Burgenland Tourismus-Geschäftsführer Hannes Anton und Burgenland Tourismus-Aufsichtsratsvorsitzender Michael Haas arbeiteten die negative Bilanz im Zuge eines Pressefrühstücks am 05.02.2019 auf. „Ich würde mir wünschen die Leute würden genauer hinschauen bevor sie ein Urteil fällen. Der Rückgang an Nächtigungen lässt sich an ein paar wenigen Punkten erklären“, so Petschnig.

Der Rückgang beträgt, im Vergleich zum Vorjahr, ein Minus von 1,3 Prozent. Verantwortlich dafür sind mehrere Faktoren: Der Neubau des Kurhauses Marienkron, der Umbau des Kurheimes in Bad Tatzmannsdorf sowie die Schließung eines Hotels in Jennersdorf haben sich hier deutlich erkennbar gemacht. „Fehlende Betten und geschlossene Häuser wirken sich sofort auf die Übernachtungsstatistik aus. Künftiges Wachstum ist nur über eine Qualitätssteigerung bzw. über neue Betriebe oder bestehende Betriebe, die investieren, möglich“, erklärt Hannes Anton, Geschäftsführer von Burgenland Tourismus.

Der Trend des Städtetourismus wird als weiteres ausschlaggebendes Problem angeführt.

„Wir haben im Burgenland keine großen Städte. Eisenstadt kann mit dem Tempo nicht mithalten“, sagt Petschnig. Neben den Großstädten fehlt es im Burgenland auch am alpinen Angebot. Der Rekordsommer hat viele Urlauber in den Alpinen Raum getrieben. Das Burgenland und Wien sind die einzigen Bundesländer die keine Skigebiete für Touristen anbieten. „Im Winterangebot haben wir ein topografisches Problem. Die Thermen laufen super, Skipisten haben wir aber trotzdem keine“, so Petschnig.

Nachholbedarf besteht ebenfalls bei der Attraktivität des Burgenland als Reiseziel für die deutschen Gäste. Die Zahl der Nächtigungen der deutschen Touristen ist in den letzten Jahren rückläufig. „Beim deutschen Übernachtungsgast findet ein Generationswechsel statt. Die ehemaligen Stammgäste aus Deutschland bleiben vor allem in der Region Neusiedler See aus. Das Burgenland hat - anders als die westlichen Bundesländer - jüngere Gästegruppen aus Deutschland noch nicht richtig angesprochen. Es fehlt noch an interessanten und attraktiven Angeboten für diese Zielgruppe. Wir hoffen aber mit Produkten wie Genuss-Radfahren und Genuss-Wandern hier wieder stark aufzuholen. In der Region Neusiedler See werden wir den deutschen Gast nur durch Qualitätsbetten zurückgewinnen.“

Zuletzt führen Petschnig und Haas ein Qualitätsproblem des bestehenden Angebots an. Campingplätze sind teilweise veraltet oder mussten zusperren. Hotelzimmer immer noch unklimatisiert. „Eine Qualitätssteigerung des vorhandenen Angebots sorgt für gute Nachrede und funktionierende Mundpropaganda. Auch darauf müssen wir setzte“, erklärt Petschnig.

Lösungsvorschläge und positive Bilanzen wurden auch vermeldet.

 

Die Betten-Auslastung war im Jahr 2018 für Petschnig und Anton zufriedenstellend. Nach Wien Tirol und Salzburg stand das Bundesland an 4 Stelle. Insgesamt wurden im Vorjahr 400 Betten weniger angeboten. Tirol konnte 5000 Betten dazugewinnen. In Wien waren es 4000 mehr.

„Es muss mehr Investiert werden. Das Investitionsklima bei uns ist gut. Um mit den anderen Städten und Bundesländern mithalten zu können müssen wir neues Angebot schaffen und die Anzahl der Betten erhöhen“, so Petschnig. Eine positive Entwicklung gab es bei den Nächtigungen der ausländischen Touristen.

„Sehr schöne Erfolge konnten wir vor allem aus Zentral- und Osteuropa verzeichnen. So gab es beispielsweise große Nächtigungszuwächse aus Ungarn (+19,8%), der Tschechischen Republik (+8,9%), Polen (+7,7%) sowie aus der Slowakei (+4,2%). Seit 2015 konnte hier ein Plus von 41,6% (in absoluten Zahlen 35.000 ÜN) verbucht werden. Burgenland Tourismus hat in den letzten Jahren auf diesen Märkten das Marketing intensiviert und wird auch künftig verstärkt auf diese Märkte setzen,“ führt Petschnig aus.

Die Touristiker haben ein klares Bewusstsein der Probleme und arbeitet aktiv an den vorgetragenen Lösungsvorschlägen.  

DK

 

 

Bildcredit: Burgenland Tourismus