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Konsumentenschützer warnen vor Viagogo

Die Onlineplattform vermittelt Eintrittskarten zu Events zu überhöhten Preisen.

Über die Onlineplattform Viagogo können Eintrittskarten zu Events aller Art von Privatverkäufern und internationalen Veranstaltern gebucht werden. Allerdings gab es schon in der Vergangenheit Kritik an den Geschäftspraktiken des 2006 in London gegründeten Unternehmens: Die Vorwürfe reichen von Wucherpreisen bis hin zum Verkauf von gefälschten Eintrittskarten. Ein aktueller Fall ist der, wo eine Kundin für drei Tickets eines Konzerts in Summe 270 Euro bezahlte, auf dem Ticket aber der Preis von je 55 Euro stand (also insgesamt 165 Euro). Sie fühlte sich um ihr Geld betrogen und wandte sich an help.orf.at.

Emanuela Prock von der Abteilung Konsumentenschutz der Arbeiterkammer (AK) Wien meint dazu: „Wir haben laufend Beschwerden zu überhöhten Tickets, intransparenten Preisen oder Tickets, die personalisiert sind, weiterverkauft werden und dann vom Veranstalter der Einlass den neuen Käufern verweigert wird.“ Als Zwischenhändler hat zwar Viagogo bei der Festsetzung von Vermittlungsgebühren und Aufschlägen freie Preisgestaltung, aber sie sollten transparent sein. Laut AK Wien erfährt bei Viagogo der Kunde den tatsächlichen Kaufpreis erst nach abgeschlossener Buchung. Dabei werden Käufer mittels laufenden Countdown unter Druck gesetzt. Derartige Praktiken sind gesetzeswidrig. Ein erstmalig angezeigter Kartenpreis kann sich bei der Plattform nach dem Klick in den Warenkorb schon einmal um 95 Euro erhöhen, so die AK Wien.

Probleme gibt es laut Prock auch mit verspätet oder gar nicht zugestellten Eintrittskarten bei Viagogo. Denn meist ist der tatsächliche Veranstalter erst auf dem Ticket selbst ersichtlich. Der Linzer Anwalt Johannes Hintermayer, der bereits einige Verfahren gegen Viagogo führt, erklärt dazu: „Viagogo ist nicht bereit, die Verkäufer der Karten offenzulegen, sodass der Konsument nicht erfährt, wer tatsächlich der Vertragspartner ist.“

Aus all diesen Gründen warnen derzeit Konsumentenschützer der AK Wien vor Viagogo. Prock empfiehlt Kunden, auf jeden Fall nur über eine Rechtsschutzversicherung die in der Schweiz sitzende Firma zu klagen. Denn die Klage müsste ins Französische übersetzt werden und bei der Zustellung gebe es auch Probleme.

PA/red/TL

Bildcredit: Pxabay