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„Aktionsplan für sichere Almen“ vorgelegt

Ein Verhaltenskodex für Wanderer und Touristen soll das Problem mit Weidevieh entschärfen.

Nach der erstinstanzlichen Verurteilung eines Tiroler Landwirts nach einer Kuhattacke wurde am 11. März 2019 von der Bundesregierung ein „Aktionsplan für sichere Almen“ präsentiert. Denn Österreich hat 8.000 bewirtschaftete Almen, die für die Landwirtschaft und den Tourismus unverzichtbar sind. Dabei geht es in erster Linie um das richtige Verhalten auf Almen und Weiden. Ein wichtiger Punkt darin ist das Erstellen eines Verhaltenskodex für Wanderer und Touristen. Er wird derzeit vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) gemeinsam mit den betroffenen Interessensvertretungen erarbeitet. Der Kodex soll ähnlich wie die „10 FIS-Regeln“ für das Verhalten im alpinen Gelände aufgebaut sein. Es sollen Fragen, wie etwa „wie verhält man sich in der Nähe von Weidevieh?“, „wieviel Meter Abstand sollte man halten?“ und „wie werden Hunde auf Almen und Weiden richtig mitgeführt?“, erläutert werden. Daneben wird auch ein Ratgeber für Alm- und Weidebauern erstellt und das ABGB geändert. Denn bisher trug gemäß dem Gesetz die alleinige Verantwortung der Tierhalter.

Elisabeth Köstinger, Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus, meint dazu: „Mit dem Verhaltenskodex schaffen wir zum ersten Mal klare und einheitliche Regeln für den Besuch von Almen und Weiden. Der freie Zugang zu Almen, der Durchgang durch Weiden und die Querung bewirtschafteter Almflächen auf den entsprechenden Wegen ist ein wichtiger Punkt. Wir wollen nicht, dass Almen oder Weideflächen vollständig eingezäunt oder gesperrt werden müssen. Dazu wollen wir die Menschen über das Verhalten von Wild- und Nutzieren besser aufklären.“

Der Aktionsplan hat auch die Vereinheitlichung von Versicherungslösungen für die Landwirtschaft als Ziel. Denn diese schauen in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich aus. Dazu wird die Landwirtschaftskammer gemeinsam mit den Bundesländern eine einheitliche Vorgehensweise erarbeiten, damit der beste Versicherungsschutz für diesen Bereich gewährleistet ist.

Bildcredit: Pixabay