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Werbung von Restaurantbetrieben in Kritik

Gastwirte halten ihr Versprechen bezüglich der Verwendung regionaler Erzeugnisse nicht ein.

In der Gastronomie ist zur Zeit ein Trend, dass die Gäste regional produzierte Erzeugnisse besonders schätzen. Das frische Fleisch oder die Milchprodukte vom nahen Bauernhof sollen auf die Teller kommen. Damit werben viele Gastwirte in ganz Österreich. Laut Agrarmarkt Austria sind auch genügend heimische Produkte verfügbar. Nur verwenden nicht alle der dafür werbenden Restaurantbetriebe in der Küche tatsächlich regional produzierte Lebensmittel wie Fleisch, Eier, Käse und Milchprodukte. Das kritisieren jetzt Vertreter des AMA-Gastrosiegels in einer aktuellen Aussendung, die das Landesstudio Salzburg des ORF ausstrahlte. Sie bezeichnen darin Wirte, die die Herkunft ihrer Waren nicht nachweisen können oder wollen, als „Alibiwirte“.

Laut Rudolf Stadler, Gastrosiegel-Beauftragter der AMA Salzburg, lässt sich die Herkunft österreichischer Lebensmittel meist leicht nachvollziehen. Er sagt: „Das Fleisch hat schon ein Mascherl – weil bei verpackter Ware muss ja gekennzeichnet sein, woher die Rohstoffe kommen. Fakt ist: Es gibt in ganz Österreich rund 1.100 AMA-Gastrosiegelbetriebe. Das sind Wirte, die sich freiwillig kontrollieren lassen, wo ihre Produkte – Fleisch, Eier, Milch und Gemüse – her sind. In Salzburg sind es rund 140 Betriebe. Da kann man sicher sein, dass der Schwerpunkt auf regionale oder österreichische Produkte gelegt wird.“ Laut AMA scheitert die regionale Küche bei Gastwirten oft an fehlenden Kontakten zu nahen Herstellungsbetrieben oder an Wissensmängeln.

Als Beispiel für eine gute Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Hotelküche wurde das Hotel Riederalm in Leogang erwähnt. In diesem Betrieb kommt 90 Prozent des Fleisches aus Leogang. Laut Riederalm-Wirt Andreas Herbst sei die wichtigste Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit den Bauern die Planung und Wertschätzung. Er erklärt: „Ich habe noch nie mit einem Bauern einen Preis verhandelt. Die Rechnung kommt, wir zahlen das. Das ist vielleicht das Geheimnis. Der Bauer soll leben, wir sollen leben – es geht nur gemeinsam.“

red/TL

Bildcredit: Pixabay