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v.l.: Leitung Marketing und PR Gmundner Molkerei Georg Braun, Landesrat Max Hiegelsberger, Regionaler Verkaufsdirektor Zipfer Bier Christian Payrhuber und CEO Spitz GmbH Walter Scherb.

Regionale Lebensmittel stehen hoch im Kurs

Umfrage zeigt: Oberösterreicher wünschen sich eine Kennzeichnung der Zutaten in Gastronomie.

iss-dahoam.jetzt ist eine Initiative von Spitz, Gmundner Milch, Zipfer und Marketagent.com. Die Partner-Unternehmen nahmen im Frühling 2019 die Bedeutung von Regionalität in der Gastronomie und im Handel für die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher unter die Lupe. Dabei zeigte sich: Neben dem Preis-Leistungsverhältnis und der Qualität zählt die Regionalität zu den wichtigsten Kriterien beim Einkauf. Sie avanciert auch in der Gastronomie mehr und mehr zum Gästemagnet. Nachholbedarf besteht jedoch, so bemängeln viele der Befragten, bei der Kennzeichnung der Zutaten.   

Regionale Wertschöpfung stärken 

Im Rahmen der Studie wurden 368 Oberösterreicherinnen und Österreicher zwischen 14 und 69 Jahren zu ihren Konsumvorlieben sowie ihren Einstellungen zu regionalen Produkten im Handel und der Gastronomie befragt.    

„Das gesteigerte KonsumentInnen-Bedürfnis nach Lebensmitteln aus der Region, die unter anderem mit höherer Qualität und Nachhaltigkeit sowie kurzen Transportwegen assoziiert werden, ist einer der wichtigsten Trends im Lebensmittelbereich“, so Spitz-Geschäftsführer Walter Scherb jun bei der Studienpräsentation.

Die Initiative iss-dahoam.jetzt haben die drei Traditionsunternehmen ins Leben gerufen, um die regionale Wertschöpfung im Bundesland Oberösterreich zu stärken. Christian Payrhuber, Regionaler Verkaufsdirektor bei Zipfer Bier, betont: „Bei Zipfer gehen Regionalität und Qualität Hand in Hand. Deshalb wählen wir unsere Rohstoffe sorgfältig aus: So kommen z.B. 90 % unseres verwendeten Hopfens von unserem regionalen Partner, der Mühlviertler Hopfenbaugenossenschaft.“    

Regionalität unter den Top 3 bei den Kaufentscheidungen 

Ein Blick auf die wichtigsten Kriterien beim Kauf von Lebensmitteln beweist, wie relevant diese Bestrebungen sind. Denn: 61,4 % der befragten OberösterreicherInnen gaben an, dass ein „gutes Preis-/Leistungsverhältnis“ entscheidend für den Einkauf ist, gefolgt von „hoher Qualität“ auf Platz 2 (53,8 %) und „regionaler Herkunft“ auf Platz 3 (44,3 %). 

Max Hiegelsberger, Agrar-Landesrat Oberösterreich und selbst Landwirt, sagt dazu: „Ein Großteil der Österreicherinnen und Österreicher wünscht sich regionale Lebensmittel sowohl im Einkauf als auch in der Gastronomie. Die oberösterreichische Landwirtschaft produziert in einer einzigartig hohen Qualität. Diese Lebensmittel wollen die Menschen dann auch am Teller haben - und das jeden Tag.“   

Was bedeutet regional? 

Ein Blick auf die Studienergebnisse zeigt, dass die Sehnsucht nach regionalen Lebensmitteln mit zunehmendem Alter steigt. Der Begriff Regionalität wird von den OberösterreicherInnen sehr unterschiedlich ausgelegt. 43,2 % der Befragten assoziieren Regionalität mit „Produkten aus der Umgebung, aus der Region, aus ihrem Bezirk“, während knapp ein Fünftel die Definition etwas weiter fasst und auch „Produkte aus Österreich“ als regional bezeichnen würde. 11,7 % wiederum verbinden Regionalität nicht zwingend mit einer bestimmten geografischen Lage, sondern primär mit „kurzen Transportwegen“.

„Für KonsumentInnen, die in einer Grenzregion leben, können dies also auch Lebensmittel aus dem nahen, benachbarten Ausland sein“, wirft Scherb ein. Dies funktioniere jedoch auch umgekehrt, ergänzt Georg Braun, Marketingleiter Gmundner Milch: „Konsumentinnen und Konsumenten, auch außerhalb von Österreich, schätzen die hohe Lebensmittel-Qualität unseres Landes. Und viele kommen so durch unsere Produkte das erste Mal mit unserer Region in Kontakt“, gibt er zu bedenken.  

Bei Eiern, Fleisch und Wurstwaren ist regional oft ein Muss 

Insbesondere bei Eiern legt man im Bundesland ob der Enns großen Wert auf Regionalität. Ganze 83,4 % der Befragten gaben dies im Rahmen der Online-Befragung an. Auf dem zweiten Stockerlplatz jener Produktkategorien, bei denen Regionalität ein Muss ist, liegen Fleisch und Wurstwaren (82,3 %), gefolgt von Obst und Gemüse (81,5 %).

Scherb dazu: „Die Gründe, Erzeugnisse aus der Region zu bevorzugen, sind vielfältig. Einem sehr großen Teil der Probanden geht es darum, heimische Betriebe zu fördern, aber auch Umweltbewusstsein, die Förderung kleiner Betriebe, die Frische und die höhere Qualität spielen eine wesentliche Rolle.“ Gründe, die laut der Studie gegen regionale Lebensmittel sprechen sind, dass „nicht alle Produkte regional hergestellt werden können“ (genannt von 67,4 % der Befragten), dass diese „zu teuer sind“ (44%) oder auch, dass diese „nicht ausreichend verfügbar“ (31,8%) sind.   

Verbindliche Herkunfts-Kennzeichnung 

Die Studie zeigt jedoch auch: Regionalität hat in der Gastronomie einen geringeren Stellenwert als beim Einkauf. Während 72 % der Oberösterreicher im Supermarkt bereit sind, für regionale Lebensmittel tiefer in die Tasche zu greifen, wären beim Restaurantbesuch 62,8 % der Befragten dazu bereit. Knapp 60 % der Probanden bemängeln, dass in der Gastronomie „eher nicht“ oder „überhaupt nicht ausreichend“ auf die Herkunft der verwendeten Produkte hingewiesen wird. Hier besteht Handlungsbedarf, wie auch Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger hervorhebt: „Vor allem bei verarbeiteten Produkten mangelt es immer noch an einer ausreichenden Kennzeichnung. Daher setze ich mich für die Einführung einer verbindlichen Herkunfts-Kennzeichnung für die jeweilige Hauptzutat ein. Das gebietet die Fairness unseren landwirtschaftlichen Produzenten, aber auch den Konsumenten gegenüber.“   

Förderung regionaler Produkte

Zu den Studienergebnissen und der iss-dahoam.jetzt Initiative fasst  Hiegelsberger abschließend zusammen: „Die Förderung regionaler Produkte in der Gastronomie ist mir ein wichtiges Anliegen. Ziel ist es, in der Gastronomie das Bewusstsein für regionale Lebensmittel weiter zu stärken und heimische Spezialitäten nachhaltig zu verankern. Restaurants, Hotels und vor allem Wirtshäuser sind Zentren des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens. Genau dorthin gehören auch regionale Lebensmittel, sie sind ein starkes Zeichen der Verbundenheit mit der Region und der Landwirtschaft vor Ort.“

PA/red/KaM

Bildcredit: Werner Harter