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Haubenköchin Theresia Palmetzhofer

„Meine Mutter ist mein Role Model“

Haubenköchin Theresia Palmetzhofer im FM-Gespräch über den Gender-Shift in der Gastronomie.

Theresia Palmetzhofer kann als Neueinsteigerin und Aufsteigern des Jahres 2018 bezeichnet werden. Sie erkochte sich im „Gasthaus zur Palme“ vom Stand weg zwei Hauben (Gault&Millau). 2016 war die junge Köchin nach mehreren Lehrjahren ins Gasthaus ihrer Mutter in Neuhofen an der Ybbs zurückgekehrt. 2017 übernahm sie dieses. Gelernt hat sie u.a. bei Star- und Fernsehkoch Konstantin Filippou. Die Gäste erwartet eine internationale Küche: Südländisch wie bei Filippou. Aber ebenso dänisch, wie Palmetzhofer es in Kopenhagen gelernt hat. Im Gespräch mit FM verrät die Küchenchefin – anlässlich des Weltfrauentages am 8. März –, wie sie sich in der (noch) männlichen Domäne der Spitzengastronomie behauptet.

FM: Wie wichtig ist Ihnen die Auszeichnung von Gault&Millau im Vorjahr?

Palmetzhofer: In erster Linie war es mir wichtig, dass mein Konzept im sehr jungen Gasthaus zur Palme von den Gästen gut angenommen wird. Nach nur elf Monaten mit zwei Hauben ausgezeichnet zu werden, war und ist für mich und mein Team ein toller Erfolg.

FM: Und wie bedeutend ist es aus Gender-Sicht, dass also eine junge Frau das geschafft hat?

Palmetzhofer: Aus Gender-Sicht war bzw. ist meine Mutter mein Role Model. Sie hat immer sehr viel gearbeitet und nebenbei sechs Kinder bekommen. In einem Artikel habe ich mal gelesen, dass Frauen erfolgreicher sind im Beruf, wenn auch die Mutter immer berufstätig war. Was ich gelernt habe ist, selbstständig zu sein. Der Beruf ist sehr vielfältig und sehr spannend. Ich würde mir wünschen, dass mehr Frauen ihn ergreifen. Ich denke Frauen sehen manche Dinge anders als Männer. Dennoch ist es wichtig, dass Männer und Frauen gemeinsam agieren und sich auf Augenhöhe begegnen. Hätten mich meine Kollegen während meiner beruflichen Laufbahn nicht wertgeschätzt, so wäre ich weiter gezogen in einen anderen Betrieb, in ein Team, dass mein Potenzial sieht und fördert und wo ich mich entfalten kann. Wichtig ist: Die Chemie im Team muss stimmen, nur so sind Top-Leistungen möglich.

FM: Was erschwert Frauen, in der obersten Liga der Spitzengastronomie mitzuspielen?

Palmetzhofer: Ich habe die letzten Jahre fast ausschließlich mit Männern in der Küche gearbeitet. Ich habe auch viel Köche erlebt, die das nicht gepackt haben. Disziplin, Ausdauer und Neugierde sind wichtige Faktoren, um erfolgreich zu sein. Aber es braucht ebenso Mut, die eigenen Ideen und Konzepte zu entwickeln und dann wirklich umzusetzen, auch wenn es nicht immer allen gefällt. Das muss man aushalten.

FM: Haben Frauen einen anderen Zugang zum Kochen wie weniger Fleisch, leichter, gesünder?

Palmetzhofer: (schmunzelt) Nein. Mir ist wichtig, dass alle Komponenten auf dem Teller harmonieren.

http://www.gasthaus-zur-palme.at

 

 

Bildcredit: Patrick Anthofer