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Le Burger-Chef Lukas Tauber (links) und Le Burger-COO Ingo Faust mit Model Viktoria / © Lepsi

Burger-Kette verköstigt mit Mehlwürmern

Zwei neue Kreationen von "Le Burger" enthalten Eiweiß aus Insektenlarven.

Die österreichische Restaurantkette „Le Burger“ bietet in fünf Filialen in Wien und Niederösterreich ein Konzept an, das beim Kunden gut ankommt. Hier kann man Burger nach Belieben selbst gestalten oder die Kreationen des Hauses bestellen. Nicht nur Fleischesser finden eine große Auswahl vor, auch Vegetarier und Veganer kommen auf ihre Kosten. Sie können aus 20 verschiedenen fleischlosen Zutaten ihren Burger selbst zusammenzustellen.
Zwischen Fleisch und quasi fleischlos gibt es seit heute zwei neue Burger-Kreationen auf der Speisekarte: „LeBug“ und „ILoveYou“ sind randvoll mit schmackhaften tierischen Proteinen.

Mahlzeit, Mehlwurm

Au welchen Zutaten die Patties der neuen Burger bestehen, gab Le Burger-COO, Ingo Faust preis: „Die Pattys bestehen aus biologisch, in Lebensmittelqualität gezüchteten Mehlwürmern aus Österreich. Sie sind nicht nur frei von Gentechnik und Antibiotika, auch die Tiertransporte entfallen. Die Würmer werden zu Proteinmehl weiterverarbeitet, dann mit Kichererbsen vermischt und zu Pattys geformt. Das Ergebnis ist ein saftiges Stück Fülle mit einem leichten Nussaroma und dem Geschmack nach roten Rüben.“

Woher die Mehlwürmer stammen, erzählte Lisa Marie Schaden bei der ersten offiziellen Verkostung Mittwochabend in der Le Burger-Filiale in der Rotenturmstraße 15. Gemeinsam mit ihrem Partner, Andreas Koitz, betreibt sie eine Wurmzucht im Kärntner Lavanttal. Schon seit drei Jahren arbeiten die beiden auf ihrem Bio-Bauernhof daran, schmackhafte Mehlwürmer aufzuziehen, die als Koch-Würmchen oder Würmchen-Pulver feilgeboten werden. Lisa Marie Schaden über ihren Ansatz bei der Aufzucht: „Das Regionale war uns immer wichtig. Wir sind ein Bio-Bauernhof, wir leben das auch, und deswegen bekommen die Würmer auch nur Bio-Futter. Sie sind sind reine Vegetarier, die mit speziellem Getreide und Bio-Karotten gefüttert werden.“

Teurer als Rindfleisch

Die Mehlwürmer werden im Schnitt sechs Wochen alt und legen in ihrem Leben 150 Eier. Die Insekten leben auf einem Nährboden, der mit Weizenkleie angereichert ist. Die genaue Zusammensetzung ist ein streng gehütetes Betriebsgeheimnis. Ein Kilo Mehlwürmer kostet im Vergleich zu einem Kilo Rindfleisch deutlich mehr. Der Preis hängt davon ab, wie viel Wassergehalt die verarbeiteten Würmer beinhalten. Mehlwürmer zum Kochen schlagen mit 30 Euro pro Kilo zu Buche. In Pulverform kostet die gleiche Menge 140 Euro im Ab-Hof-Verkauf. Über die Webseite www.diewurmfarm.at sind die Produkte auch beziehbar.

Gut für die Umwelt

Die Verwendung der Insekten im Vergleich zu Rindfleisch ist vorteilhaft fürs Klima. So entstehen bei der Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch bis zu 32 Kilo CO2-Äquivalente, während Mehlwürmer nur ein Zehntel der Emissionen verursachen. Dazu kommt, dass Mehlwürmer eine echte Eiweißbombe und damit auch ein Sattmacher sind. Mehlwürmer liefern große Mengen an hochwertigen Proteinen (45-60%), ungesättigte Fettsäuren (30%), die essentiellen Nährstoffe Eisen, Magnesium, Zink, Kalzium und Vitamine wie zum Beispiel das Vitamin B12.


PA/red/kr – 6.6.2019

Bildcredit: Lepsi