Handelsangestellte sollen Ungeimpfte überprüfen

Unternehmen und Gewerkschaft sind erbost über neue Regelung
© Pixabay

Zukünftig sollen Mitarbeiterinnen & Mitarbeiter des Handels den Impfstatus ihrer Kundinnen & Kunden kontrollieren

Dass die Handelsangestellten künftig stichprobenartig kontrollieren sollen, welche Kunden ungeimpft sind und deshalb eine FFP2-Maske tragen müssen, erbost die Handelsunternehmen und die Gewerkschaft gleichermaßen. GPA-Gewerkschafterin Anita Palkovich stellt am Mittwoch im Ö1 Journal um acht des ORF-Radios zurecht die Frage: „Wie sollen sich die Beschäftigten auskennen?“ Und weiters: „Sie sind nicht die Hilfssheriffs.“ Besonderes Hauptaugenmerk legte Palkovich außerdem auf die Tatsache, dass eine solche Tätigkeit nicht in den Zuständigkeitsbereich der Handelsangestellten falle und kritisierte die „kaum noch durchschaubaren“ Regelungen. „Der Arbeitsdruck ist enorm hoch, der Handel sucht überall Personal, das heißt, die aktuelle Mannschaft muss das Programm stemmen.“

Kritik an „weltfremder“ Maßnahme

Auch die Arbeitgeber im Handel sind höchst unzufrieden. „Das ist einfach weltfremd“, kritisiert Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Die Angestellten könnten nicht zusätzlich zu ihrer eigentlichen Tätigkeit auch noch Gesundheitsdaten abfragen. „In Österreichs 254 Shopping-Centern verkehren im Durchschnitt etwa 2,3 Millionen Menschen pro Tag“, rechnen zudem die heimischen Shopping-Center-Betreiber vor. „Die Shoppingcenter-Managements haben, wie die Handelsangestellten auch, zum einen mehr als genug andere Aufgaben und sind zum anderen für derartige Kontrollen nicht ausgebildet“, so der ACSP am Mittwoch in einer Aussendung. Des Weiteren kritisieren die Betreiber, dass sie noch nie zu Gesprächen über eine praxistaugliche Umsetzung der Coronamaßnahmen eingeladen wurden. APA/RED./CH

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