Doch kein Aus für die Mozartkugeln?

Nach Geldspritze kann insolventes Unternehmen Produktion fortführen
© Pixabay

Die beliebten Mozartkugeln werden vorerst weiterproduziert

Nach der Bekanntgabe der Insolvenz rollt die „Echte Salzburger Mozartkugel“ vorerst weiter vom Fließband. Der Süßwarenhersteller Salzburg Schokolade in Grödig darf den Konkurs gemeldeten Betrieb zunächst fortführen, denn ein heimisches Bankhaus hat sich gemeldet und hat die Liquidität des Unternehmens wiederhergestellt. In einer Aussendung informiere der Kreditschutzverband KSV1870 darüber, dass aus derzeitiger Sicht realistisch sei, eine Sanierung mit Unterstützung von dritter Seite durchzuführen.

Am Landesgericht Salzburg wurde im Rahmen des Insolvenzverfahrens die Fortführung des Betriebs beschlossen, weil mit der Geldspritze eines „renommierten österreichischen Bankhauses“ die Zahlungsfähigkeit wieder hergestellt wurde. Auch sei das Aufrechterhalten der Produktion für alle Beteiligten als wirtschaftlich sinnvoll eingestuft worden. Bei einer sofortigen Schließung wäre der Schaden für die Gläubiger „weitaus höher“ ausgefallen als bei einer Fortführung für die nächsten vier bis sechs Wochen, so der KSV. Wie hoch die Forderungen der Gläubiger ausfallen, steht derzeit noch nicht fest, da die Anmeldefrist dafür noch gar nicht abgelaufen ist. Bei der Eröffnung des Konkursverfahrens am 30. November war der Schuldenberg laut ersten Informationen 27,29 Millionen Euro (Liquidationswert) hoch, dem auf der Haben-Seite 23,35 Millionen Euro gegenüberstehen sollen. Rund 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 614 Gläubiger sind betroffen.

Die Insolvenz begründet Salzburger Schokolade mit den Folgen der Pandemie. Laut dem Geschäftsführer Christian Schügerl sei nach Jahren mit Gewinnen das Unternehmen ab 2020 schwer von Corona getroffen worden. Aufgrund des massiven Rückgangs von Touristen, Veranstaltungen und Anlässen wie Geburtstags- und Hochzeitsfeiern sei die Nachfrage nach den Süßwaren gesunken – was zu einem signifikanten Umsatzrückgang geführt habe. Zudem seien Süßwarenfachgeschäfte in Wien und Salzburg wegen fehlender Touristen teilweise wochenlang geschlossen gewesen. Trotz neuer Kunden im Exportgeschäft und der staatlichen Corona-Hilfen werde man – wie schon im Vorjahr – auch heuer einen erheblichen Verlust einfahren. „Der aktuelle Lockdown und erhebliche Kostensteigerungen bei Rohstoffen, Energie, Löhnen, Logistikkosten und Verpackungsmaterialien waren weitere Gründe“, so Schügerl.

APA/ Red.

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