Skip to content. | Skip to navigation

 

ÖHV-Reitterer präsentiert Forderungen und Vorschläge.

„Die Monate seit der Steuerreform haben vor allem eines gezeigt: die wachstumsschädlichen Belastungen für den Tourismus waren ein Fehler. Höchste Zeit, dass die neue Regierung das korrigiert“, fordert Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). Neben der hohen Belastung des Faktors Arbeit erweisen sich die höhere USt und die längere Abschreibungsdauer als massive Nachteile im internationalen Wettbewerb und Klotz am Bein der heimischen Tourismusbetriebe. „Wir brauchen einen Turnaround. Konkret: eine Reparatur von USt und AfA plus eine Senkung der Lohnnebenkosten, die ihren Namen auch verdient“, unterstreicht die Branchenvertreterin.

 

Ein „Must": Rücknahme der USt-Erhöhung

„Der Wettkampf um den Gast wird immer härter. Mit der USt-Erhöhung standen alle österreichischen Hotels von einer Sekunde auf die nächste international schlechter da“, erklärt Reitterer. Den Vorschlag damaliger Regierungsvertreter, die Mehrkosten an Gäste weiterzugeben, bezeichnet die ÖHV-Präsidentin als Milchmädchenrechnung: „Das verschlechtert das Preis-Leistungsverhältnis und damit die Wettbewerbsposition. Die Verlierer: der Betrieb und der Standort.“ Erschwerend hinzu kommt der bürokratische Mehraufwand durch die Verrechnung unterschiedlicher Mehrwertsteuersätze. Teilweise scheitert selbst das BMF an der Beantwortung von Anfragen. Die Rücknahme der USt-Erhöhung auf 10 % ist für Reitterer unerlässlich.

 

Investieren statt blockieren: AfA realistisch gestalten

Als von Beginn an unrealistisch stuft die Interessenvertreterin die Verlängerung der Abschreibungsdauer von 33 auf 40 Jahre bzw. 60 Jahre ein. „Wer immer sich das überlegt hat: Die Person lade ich ein, ihren Urlaub in einem 40 Jahre alten Wellnessbereich zu verbringen“, so Reitterer . „Statt dass wir Investitionen in den Standort fördern, schieben wir ihnen einen Riegel vor. Das rächt sich über kurz oder lang“, so die ÖHV-Präsidentin. Das Investitionsvolumen von 2016 liegt laut Tourismusbericht des Wirtschaftsministeriums real um 40 % unter Vorkrisen-Niveau. Verbesserungsvorschläge: 

  • eine Verkürzung der Abschreibungsdauer auf 25 Jahre
  • eine funktionale AfA mit eigenem Abschreibungssatz für Gebäudeteile mit eigenständiger Funktion und rascherer Abnutzung
  • steuerfreie Investitionsprämien in der Höhe von 8 %

 

Arbeit entlasten – Lohnnebenkosten senken

Arbeiten in Österreich ist extrem teuer. Für mitarbeiterintensive Branchen stellt das einen enormen Wettbewerbsnachteil dar. Je Euro Netto-Lohn überweisen österreichische Arbeitgeber durchschnittlich 71,6 Cent an Bund, Gemeinden und Sozialversicherungen. Zu viel, wie Reitterer bestätigt: „Raum für Einsparungen gibt es genug. Wir brauchen eine Lohnnebenkostensenkung, die den Namen verdient!“ Konkret sieht sie in folgenden Bereichen Potenzial: 

  • Insolvenz-Entgelt-Fonds: Der IEF bilanziert seit einigen Jahren positiv bei gleichzeitigem Rückgang der Insolvenzfälle und davon betroffenen Personen. Der IEF-Beitrag sollte entsprechend angepasst werden.
  • Wohnbauförderung: Die Mittelverwendung der Beiträge ist nicht zweckgebunden. Die Erfahrung hat gelehrt, dass dies nicht zielführend ist. Die Wohnbauförderung sollte zweckgewidmet werden, die Beitragshöhe sich am zu erhebenden Bedarf orientieren.
  • AUVA: Die Zahl der Arbeitsunfälle ist seit Jahren rückgängig. Das muss sich auch in der Beitragsgestaltung widerspiegeln.
  • Familienlastenausgleichfonds: Finanzierungs- und Durchführungsverantwortung für FLAF-Maßnahmen sollten in einer Hand liegen. Die Finanzierungsverantwortung anderer Maßnahmen sollten an die jeweiligen Ministerien übertragen und der FLAF-Beitrag entsprechend angepasst werden.
Bildcredit: ÖHV