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Dieter Schreiber sperrt nach 13 Sommern sein Lokal Bunkerei im Wiener Augarten zu

 

Die Hürden der Bürokratie haben Dieter Schreiber nach 13 Jahren dazu gebracht, sein Szenelokal an den Verpächter zurückzugeben. „In den letzten Jahren haben sich die bürokratischen Anforderungen, die gesetzlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in eine Richtung entwickelt, die mir den Spaß an der Sache verdorben hat", schreibt Schreiber auf seiner Webseite.

2005 hat der gelernte Architekt den ehemaligen desolaten Flachbunker aus dem zweiten Weltkrieg umgebaut und ein beliebtes Lokal mit großem kulturellen Angebot geschaffen. Dem Standard gegenüber äußerte er sich näher über die Gründe der Schließung. Zwei der markantesten Beispiele für bürokratische „Besonderheiten“:

 

  • Zum Beispiel sei die Auflage gekommen, wonach er vier Stellplätze garantieren müsse. Weil der Augarten ein Schutzgebiet ist, gehe das aber nicht. Als Lösung habe man ihm die Ablösung der Stellplätze angeboten: Pro Platz beläuft sich das auf 9200 Euro.
  • Das Fass zum Überlaufen gebracht hätten allerdings arbeitsrechtliche Bestimmungen und deren strikte Kontrolle. „Diese Vorgaben sind in vielen Fällen einfach nicht praktikabel“ ärgert sich Schreiber. Den Luxus einer Strafe könne man sich als Gastronom aber nicht mehr leisten, weil die Gewinnmargen in der Gastronomie so zurückgegangen seien. Aber auch in diesem Bereich musste Schreiber zahlen: Als er für Umbauarbeiten eine Baufirma engagierte, kam es zu einer Kontrolle. Einer der Bauarbeiter habe keine gültige Arbeitserlaubnis gehabt – Schreiber musste deswegen 12.500 Euro zahlen. „Ich wäre verpflichtet gewesen, mir diese Genehmigung von jedem Einzelnen vorlegen zu lassen.“

 

Ob und wann ein Nachfolger kommt, ist noch nicht geklärt.

Bildcredit: bunkerei