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Die Austragung der MTV Europe Music Awards in Wien wackelt – die Hotellerie fordert ein Umdenken.


Zum Jahreswechsel kontaktierten die Verantwortlichen des Medienkonzerns Viacom die Wiener Stadtregierung bezüglich einer der größten Musikveranstaltungen weltweit: den MTV Europe Music Awards. „Wir wären höchst erfreut, wenn die schöne Stadt Wien sich dafür entscheiden würde, sich für das Event zu bewerben“, hieß es in dem Schreiben, das der Tageszeitung Kurier vorliegt. Bis Ende März hätten Angebote der Stadtregierung für die Austragung der Award-Show für 2018 oder 2019 folgen sollen. Diese blieben allerdings aus. Nun meldeten sich Kritiker, wie die ÖVP und heimische Hoteliers zu Wort. „Wir sollten uns auf jeden Fall bemühen, das Projekt zu bekommen", erklärt Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung. „Mit dem Song Contest haben wir bewiesen, dass wir solche Events stemmen können." Die junge ÖVP beschreibt das Handeln der Stadtregierung sogar als „Paradebeispiel für Amtsschimmel“.

Befürworter der Austragung erwarten sich von der Blockade durch die Stadtregierung wirtschaftliche Schäden. Zwar würde die Organisation des Events die Stadt Wien rund 1,5 Millionen Euro kosten, die Einnahmen könnten diese aber allemal wettmachen. So ist es Belfast 2011 zusammen mit der damals stattfindenden „Belfast Music Week“ gelungen, rund 22 Millionen Pfund zu erwirtschaften. Auch der Imagegewinn spiele eine bedeutende Rolle, wie ÖVP-Obmann Gernot Blümel dem Kurier erklärt: „Die Stadt könnte sich damit nicht nur als Weltstadt der Hochkultur, sondern auch als Hochburg der Popkultur positionieren.“ Die Organisatoren der Preisverleihung in Rotterdam 2016 haben es vorgemacht: 20,4 Millionen Zuschauer waren vor ihren Bildschirmen live dabei – in den sozialen Netzwerken kam die Sendung knapp 900 Millionen Mal vor.

Die Wiener ÖVP kündigte nun einen Beschlussantrag bei der kommenden Gemeinderatssitzung an. „Die rot-grüne Regierung darf diese Chance nicht vergeigen“, erklärt Blümel dem Kurier. Eine konkrete Absichtserklärung weist Kulturstadtrat Mailath-Pokorny allerdings zurück. Prinzipiell sei man von einer Austragung nicht abgeneigt. Eine finanzielle Unterstützung durch die Stadt Wien wäre aber nicht geplant. Andere Veranstaltungen hätten zudem Vorrang, wie SP-Gemeinderätin Susanne Bluma erläutert.

 

 

 

05. 04. 2017 / red

 

Bildcredit: 2016 MTV EMA