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Stärkere Regulierung in Paris. Schiefe Steuer-Optik.

 

Airbnb weht in Teilen ein raueres (Winter-)Lüfterl entgegen. Paris hat die Auflagen für die Plattform insofern verschärft, als dort offerierte Wohnungen seit Anfang Dezember eine offizielle Registrierungsnummer tragen müssen, die bei der Stadtverwaltung zu beantragen ist. Solchermaßen will die Stadt mehr Transparenz herstellen.

Davon abgesehen, äußert die Stadt Paris – eine der Hochburgen für Airbnb – massive Vorwürfe gegen die Plattform: Sie hinterziehe nicht nur selbst Steuern, sondern animiere auch die Vermieter dazu. Die können bei Airbnb eine auf das Steuerparadies Gibraltar registrierte Kreditkarte beantragen und so ihre Einkünfte am Fiskus vorbeijonglieren, wie der Radiosender „France Info" berichtet hat.

„Modell Gibraltar"

Diesen Ball hat auch die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) aufgegriffen. In einer heute ausgeschickten Presse-Aussenung fordert Präsidentin Michaela Reitterer eine Reaktion von Ländern, Bund und EU auf das „Modell Gibraltar". „Spätestens jetzt muss allen klar sein, warum Airbnb Informationen zu Mieteinnahmen so rigoros verweigert“, sagt Reitterer, die betont, ihr Airbnb-Konto nun gekündigt zu haben: „Bisher war Airbnb einfach eine Buchungsplattform. Aber solche Praktiken lehne ich ab.“

Die pauschale Vergebührung von Einnahmen ohne Offenlegungspflicht, wie sie Airbnb derzeit mit der Stadt Wien verhandle, könne nach Bekanntwerden der Vorwürfe unmöglich in Frage kommen. Verhandelt die Stadt mit Airbnb aber weiter, solle sie auch Vertreter der gewerblichen Wirtschaft zu Verhandlungen über die freihändige Anweisung von Taxen ohne Kontrollmöglichkeit einladen, so Reitterer: „Ausgerechnet die Betriebe zu benachteiligen, die hier im großen Stil Steuern, Sozialversicherungen und Taxen zahlen, kann nicht im Sinn der Stadt sein.“

 

Entzieht dem Markt Wohnraum

Unabhängig von Steuervermeidungspraktiken kommt Airbnb zunehmend in die Kritik, weil es dem Markt Wohnraum entziehe. In Paris etwa sollen solchermaßen 20.000 Wohnungen durch Airbnb „blockiert" sein. Berlin hat bereits 2016 verboten, ohne Sondererlaubnis ganze Wohnungen anzubieten. Lediglich einzelne Zimmer dürfen über Plattformen vermietet werden.

 

Wien: Dauerhafte Vermietung unerwünscht

In Wien hat das Nachbarschaftsnetzwerk „Frag nebenan“ hat seine Nutzer nach ihrer Meinung zu Online-Zimmervermietern wie airbnb befragt. Deren Mehrheit bekundete kein Problem damit, wenn ihre Nachbarn Wohnraum fallweise über Online-Plattformen vermieten. 81 Prozent wollen die meisten „Frag nebenan"-Nutzer eine stärkere Regulierung der Anbieter.

Bildcredit: Pixabay