Der isländische Vulkanascheregen brachte die gesamte europäische Luftfahrt in Turbulenzen. Die Direktoren der internationalen Airports in Österreich schildern dazu ihre Sichtweise. Außerdem lüften sie für FM Bilanz und Ausblick ihres Unternehmens.
Noch sind sie in bester Erinnerung: Die chaotischen Zustände des Flugbetriebs aufgrund des Ausbruchs des Eyjafjallajökull. Gefordert war damals nicht nur das Krisenmanagement der Airlines, sondern auch jenes der Flughäfen. Die Flughafendirektoren der internationalen Airports in Österreich schildern im Folgenden, wie sich die Situation aus ihrer Sicht auswirkte und welche Einbußen dadurch hingenommen werden mussten.
Ein Ascheregen sorgt für Dramatik
„Die Vulkanaschethematik war ohne Zweifel für alle im Luftverkehr tätigen Unternehmen und auch für die Passagiere eine ganz besondere Herausforderung. Die mediale Berichterstattung hat ganz klar aufgezeigt, welchen immensen Stellenwert die Luftfahrt heutzutage für die Menschen und die Wirtschaft hat“, folgert DI Gerhard Kunesch, Direktor des Flughafen Linz.
„Der Vulkan hat uns alle vor eine völlig neue Situation gestellt. Ein kleiner Vulkan auf Island bricht aus und behindert plötzlich den Flugverkehr in Europa und darüber hinaus. Wir haben erlebt, wie verletzlich unsere Verkehrssysteme sind, wir haben aber auch gesehen, wie wichtig der Flugverkehr ist und wer und was alles darunter leidet, wenn er einmal – und wenn auch nur für kurze Zeit – nicht mehr so funktioniert wie gewohnt. Und es hat gezeigt, wie wichtig eine enge, grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist“, schildert der Grazer Flughafendirektor Mag. Gerhard Widmann.
Ing. Roland Hermann, Geschäftsführer des Flughafen Salzburg, lässt die Ereigniskette Revue passieren: „Der Vulkanausbruch am 20. März 2010 auf Island brachte großräumige Auswirkungen für ganz Europa mit sich. Mitte April wurde auf Grund der ausgetretenen Vulkanasche und der daraus resultierenden Entstehung einer Vulkanaschenwolke in sehr großer Höhe der Flugverkehr in weiten Teilen Nord- und Mitteleuropas eingestellt. Die gesamte Luftfahrtbranche war bis dahin mit einer derartigen beispiellosen Beeinträchtigung des Luftverkehrs in ganz Europa durch ein Naturereignis dieses Ausmaßes noch nie konfrontiert. Ab dem 15. April kam es aufgrund von Beschlüssen der Luftfahrtüberwachungsbehörden, einen Großteil des europäischen Luftraumes nach Instrumentenflugregeln zu sperren, zu massiven Behinderungen im europäischen und interkontinentalen Flugverkehr.“ Und er berichtet detailliert: „Diese partielle Schließung des europäischen Luftraumes traf auch den Flughafen Salzburg. Am 16. April 2010 kam um 16:45 Uhr eine offizielle Meldung der österreichischen Flugsicherung, die eine Sperre des Salzburger Luftraumes ab 19 Uhr vorschrieb. Die Sperre hielt bis zum 18. April 2010 um 23 Uhr an. Nach einer Öffnung des Luftraumes über Salzburg am 19. April 2010 ab 6 Uhr kam es erneut zu partiellen Luftraumsperren in Europa. Während dieses Zeitraumes konnten 105 Flüge am Salzburg Airport nicht abgefertigt werden. In Salzburg wurde die Luftraumsperre am 19. April vor Deutschland wieder aufgehoben und so konnten durch 32 Ausweichflüge bzw. Rückholflüge, die deutsche und österreichische Urlauber aus den Urlaubsregionen wieder in die Heimat zurückbrachten, zusätzliche Erlöse generiert werden. Am 9. Mai um 17 Uhr kam es erneut zu einer Sperre des Salzburger Luftraumes. Davon betroffen waren neun Flüge.“
Die Konsequenzen
„Dieses Ereignis war für die gesamte Luftfahrtbranche nicht erfreulich, da die Aschewolke mitten in einer Phase des Aufschwungs nach einem schwierigen Jahr 2009 eintrat. Mittlerweile hat sich das Verkehrsaufkommen am Flughafen Wien aber wieder normalisiert. Gemeinsam mit allen Partnern wie Fluglinien, Verkehrsunternehmen und Behörden hatten wir die Situation in Wien gut unter Kontrolle. Insgesamt sind durch die Auswirkungen der Aschewolke auf den europäischen Luftraum rund 2.500 Flüge am Flughafen Wien ausgefallen“, analysiert Mag. Herbert Kaufmann, Vorstand des Flughafen Wien.
Widmanns Bilanz lautet: „Wir haben durch den Vulkan ca. 12.000 Fluggäste und etwa 180 Flugbewegungen verloren; für einen Regionalflughafen ist das natürlich keine Kleinigkeit.“
„Aufgrund der viertägigen Luftraumsperre sind dem Flughafen Innsbruck cirka 130 Flugbewegungen gestrichen worden und rund 250.000 bis 300.000 Euro erzielbarer Umsatz an diesen Tagen entgangen“, kalkuliert Mag. Reinhold Falch, Direktor des Flughafen Innsbruck.
Kunesch beziffert den Verlust: „Rund 160 Flüge fielen aus, 5.000 Passagiere waren betroffen, Der Umsatzentgang betrug rund 250.000 Euro.“
Der Kärntner Airportchef Mag. Johannes Gatterer muss eingestehen: „Selbst auf einem Flughafen wie Klagenfurt hat sich die Aschewolke massiv ausgewirkt. Rund 7.000 Passagiere wurden weniger befördert und der finanzielle Schaden liegt bei cirka 200.000 Euro.“
„Bedingt durch die Ausweichflüge konnte der Erlösentgang in Summe auf rund 200.000 Euro reduziert werden“, erklärt wiederum Hermann und fasst zusammen: „Der tägliche Schaden für die betroffenen Airlines in Folge der Luftraumsperren kann auf etwa 165 Millionen Euro beziffert werden. Ende April gab die Europäische Kommission seitens EU-Verkehrskommissar Siim Kallas – unter Berufung auf die Branchenverbände – die Umsatzausfälle zwischen 1,9 und 2,9 Milliarden Euro an, und summierte mehr als 10 Millionen betroffene Personen und cirka 120.000 gestrichene Flüge. Nach einer Woche der Flugbehinderungen kursierten in der Presse Aussagen über einen bisherigen volkswirtschaftlichen Schaden in Milliardenhöhe. Erfreulich war in Österreich, dass sich Airlines wie NIKI und AUA gefunden haben, die sogenannte Überstellungsflüge im österreichischen Luftraum durchgeführt haben. Die Ergebnisse lagen klar auf der Hand: Es kann wieder ohne Probleme geflogen werden. Es wäre in der damaligen Situation wünschenswert gewesen, wenn sofortige Untersuchungen des Luftraumes durch Messungen durchgeführt worden wären. Aus solchen Situationen kann man lernen und für die Zukunft derartige lange Sperren des Luftraumes vermeiden. Trotzdem gilt: Sicherheit geht vor!“
Die Krisenbewältigung
Doch wie reagierte das Krisenmanagement auf dieses einzigartige Ereignis? „Oberste Priorität war es, die Passagiere vom Standort Flughafen Wien weg zu anderen Verkehrsmitteln oder Unterkünften zu bringen. Ziel war es, zu vermeiden, dass Reisende – wie auf anderen europäischen Flughäfen – am Airport übernachten mussten. Im Krisenstab, der aus Vertretern von Austrian Airlines, Austro Control, Fly Niki und dem Flughafen Wien bestand, wurde laufend über die weitere Vorgehensweise beraten und die Entwicklungen in Bezug auf die Aschewolke analysiert. Nach der Schließung des österreichischen Luftraums durch Austro Control wurde die Situation regelmäßig überprüft und auf Basis aller eintreffenden Daten und Informationen über die Aschewolke fortwährend neu bewertet. Vor allem dank der Informationspolitik des Krisenmanagements, das alle verfügbaren Informationen und neue Entwicklungen rasch für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat, konnten von Wien abreisende Passagiere rechtzeitig über die Situation informiert werden. In Wien gestrandete Passagiere wurden von den Fluglinien auf spätere Flüge umgebucht und in Hotels untergebracht. Gleichzeitig organisierte der Flughafen Wien gemeinsam mit der ÖBB Sonderzüge zum Westbahnhof, um Passagieren alternative Reisemöglichkeiten zu bieten. Für Reisende ohne gültiges Visa für Österreich konnten in enger Zusammenarbeit mit der Polizei vorübergehende Aufenthaltsgenehmigungen organisiert werden“, beschreibt Kaufmann die Bemühungen zur Schadensbegrenzung.
Auch Kunesch berichtet über ein insgesamt gut funktionierendes Krisenmanagement: „Die Zusammenarbeit mit den Fluglinien, Reiseveranstaltern und mit der Flugsicherung hat funktioniert. Auch das Zusammenspiel zwischen dem Flughafen und den Partnern vor Ort – beispielsweise Handling-Agent, Zoll, Polizei – funktionierte reibungslos. Die rein operative Abwicklung hat sich als beherrschbar erwiesen. Das Hauptproblem bestand eher darin, dass der bereits sich abzeichnende, leichte Aufwärtstrend nach der Weltwirtschaftskrise wieder einen – zumindest temporären – Dämpfer erhalten hat.“
„Wenn man berücksichtigt, dass es sich um eine für uns vollkommen neue Situation gehandelt hat, bin ich mit dem Krisenmanagement am Flughafen Graz sehr zufrieden. Bedanken muss ich mich dabei auch bei den vielen MitarbeiterInnen, die freiwillig und ohne zu zögern eingesprungen sind, damit der Flughafen der großen Nachfrage nach den verschiedensten Informationen nachkommen konnte“, äußert sich Widmann und erläutert: „Das Hauptproblem war natürlich das Informationsbedürfnis unserer Fluggäste bzw. deren Angehörigen, Freunden und Bekannten zu stillen. Wir haben daher sofort die Flughafeninformation und unser Betriebsbüro verstärkt und auch nach Betriebsschluss – während der gesamten Nacht – das Telefon besetzt. Auf diese durchgehende Besetzung haben wir viele positive Rückmeldungen erhalten.“
Falch wiederum erklärt: „Das Krisenmanagement am Flughafen Innsbruck hat ausgezeichnet funktioniert. Oberste Priorität in solchen Situationen ist eine schnelle und umfassende Information aller Passagiere. Zu diesem Zweck wurde nicht nur auf der Homepage des Flughafens sofort eine Sonderinformation eingerichtet, sondern es wurden auch die Mitarbeiter an den Informationsschaltern und in der Telefonzentrale verstärkt. Somit konnten wir eine sehr gute Informationsserviceleistung für alle anbieten.“
„Am Salzburg Airport gab es keine Krise, da während des Vulkanausbruches keine Wintersaison vorherrschte und der Flughafen Salzburg kein Transitflughafen mit wartenden Passagieren ist. Trotzdem war das gesamte Personal darauf vorbereitet und hat zu den Anfragen der betroffenen Passagiere – auch durch die enge Zusammenarbeit mit den Airlines – beste Auskünfte und Hilfestellungen bei Umbuchungen, Bahntransport, etc. geben können. Das Hauptproblem war klar auf den Punkt gebracht: Wann können wir endlich wieder fliegen? Da die Lufträume durch amtliche Meldungen der Eurocontrol gesperrt wurden, konnten wir – so wie alle Airlines und Flughäfen in Europa – nur abwarten und hoffen, dass bald wieder geflogen werden darf“, resümiert Hermann.
Bilanz 2009
Das Thema Vulkan zur Seite schiebend, geht es zurück zum letzten Jahr: Wie zufriedenstellend verlief 2009 für die Airport-Chefs?
„Der Flughafen Innsbruck konnte sich mit stabilen Verkehrszahlen vom negativen Trend der österreichischen bzw. europäischen Flughäfen abkoppeln. Im Jahr 2009 wurden am Flughafen Innsbruck 956.972 Passagiere im Linien- und Charterverkehr abgefertigt, womit man lediglich 1,29 Prozent hinter dem Rekordergebnis des Vorjahres (2008) gelegen ist“, zeigt sich Falch zufrieden. In Linz musste 2009 mit 682.945 Passagieren ein Minus von 14,9 Prozent im Vergleich zum Rekordergebnis von 2008 verzeichnet werden, in Klagenfurt mit 410.512 Passagieren ein Minus von 4,51 Prozent. „Wir haben im Jahr 2009 948.590 Passagiere betreut, 5,92 Prozent weniger als noch im Jahr zuvor. Im nationalen und internationalen Vergleich ist das kein schlechter Wert und unter diesen Umständen waren wir relativ zufrieden“, relativiert Widmann.
„Das letzte Jahr ist schlecht und sehr gut zugleich gelaufen. Wir haben mit 2009, wie alle europäischen Flughäfen, eine sehr schwierige Entwicklung hinter uns. 2007 war unser bislang bestes Jahr mit knapp zwei Millionen Passagieren, 2008 ist das Aufkommen auf 1,84 Millionen Fluggäste abgesunken und 2009 zählten wir plötzlich nur noch 1,55 Millionen Passagiere. Proportional dazu gingen auch die Erträge, die sich aus dem Höchstabfluggewicht (MTOW) ergeben, und die Anzahl der Flugbewegungen zurück. Allerdings haben wir uns schon 2008 zusammengesetzt und ein Maßnahmenpaket geschnürt, um die Profitabilität langfristig abzusichern. Seit 1984 schreibt unser Unternehmen stets positive Bilanzzahlen“, weiß Hermann zu berichten.
„Das Jahr 2009 war von Herausforderungen für die gesamte Luftfahrtindustrie geprägt und auch der Flughafen Wien konnte sich davon nicht entkoppeln. Die Umsatzentwicklung ist daher entsprechend der Verkehrsentwicklung verlaufen, dennoch konnten wir ein starkes Ergebnis erzielen. Trotz allgemeiner Wirtschaftskrise konnte die Flughafen Wien Gruppe im Geschäftsjahr 2009 einen Nettogewinn von 73,4 Millionen Euro erzielen. Bei den Passagieren verzeichnete der Flughafen Wien im Jahr 2009 einen Rückgang um 8,3 Prozent auf 18,1 Millionen Passagiere und lag damit unter der Prognose von 9 Prozent. Die Verkehrsergebnisse der letzten Monate zeigen aber, dass die Talsohle durchschritten sein dürfte“, gibt sich Kaufmann hoffnungsvoll.
Good News
Viel Erfreuliches gibt es vom Standort Wien-Schwechat zu vermelden. „Als neue Airlines konnten im Jahr 2009 unter anderem die Air Dolomiti, die Norwegian, die Blue Air und die Aegean Airlines begrüßt werden. Frequenzaufstockungen gab es vor allem innerhalb Europas – so fliegen z.B. die Air Lingus und easyJet seit vergangenem Jahr täglich London Gatwick an, die Air Berlin, Intersky und Tui Fly Städte in Deutschland“, berichtet Kaufmann und führt weiter aus: „Für heuer zeichnen sich hier weitere positive Signale ab: Mit dem Sommerflugplan 2010 bieten British Midland International und Alitalia Verbindungen vom Flughafen Wien aus an. Gleichzeitig hat Austrian Airlines die Anzahl der Flüge in 36 Destinationen erhöht. Fly Niki eröffnete mit Beginn des Sommerflugplans neue Verbindungen nach Barcelona, Nizza und Kopenhagen. Intersky bietet im Sommer eine wöchentliche Verbindung von Wien nach Elba an und seit März 2010 verbindet Blue Air Larnaca dreimal wöchentlich mit Wien. SunExpress erhöht mit Beginn des Sommerflugplans die Frequenzen nach Antalya auf eine tägliche Verbindung. Zusätzlich werden mit Izmir und Istanbul zwei neue Destinationen nach Wien in das Streckennetz aufgenommen. Als neue Destination am Flughafen Wien wird Izmir seit dem 1. Mai 2010 dreimal wöchentlich angeflogen, seit 21. Juni 2010 wird zusätzlich zweimal wöchentlich die Strecke Wien-Istanbul/Sabiha Gökcen bedient. Seit 2. Juni 2010 verbindet die kuwaitische Wataniya Airways Wien mit Kuwait City. Die russische Fluggesellschaft S7 Airlines fliegt seit 12. Juni 2010 wöchentlich einmal von Wien nach Novosibirsk. AirBaltic bietet seit dem 6. Juli 2010 sechsmal wöchentlich die Verbindung Wien-Riga an, ab August sogar täglich.“
Die Grazer Neuigkeiten fasst Widmann wie folgt zusammen: „Im Linienbereich wurde die Flugverbindung nach Palma de Mallorca stark ausgebaut: Fly Niki ist die Verbindung während der Sommermonate sechsmal pro Woche geflogen. Durch die gut gelegenen Flugzeiten war Graz perfekt an das Drehkreuz in Palma angebunden. Wegen der guten Auslastung konnten wir auch in den Wintermonaten bis zu vier wöchentliche Verbindungen nach Palma anbieten. Und auch in den Sommermonaten 2010 haben wir wieder sechs wöchentliche Flugverbindungen nach Palma. Daneben ist Fly Niki erstmalig eine Winterrotation nach Nürnberg, einem weiteren Drehkreuz der Air Berlin geflogen. Viele Fluggäste haben diese Verbindung genutzt, um z.B. nach Lanzarote oder Fuerteventura weiterzufliegen. Seit Herbst ist es im Bereich der Linie zu Airlineverschiebungen gekommen: Im Herbst hat die Air Berlin die Verbindung nach Köln von der TUIfly übernommen. Seit Beginn Mai 2010 hat die Air Berlin die Verbindung nach Berlin/Tegel übernommen, und das fünfmal pro Woche und mit Flugzeiten, die ebenfalls eine Einbindung in das Air Berlin-Drehkreuz in Berlin zulassen. Dafür fliegt die Welcome Air seit Ende März von Graz nach Köln. Im Charterbereich konnten wir im vergangenen Jahr Thassos neu anbieten, in diesem Jahr geht es mit NIKI und BLAGUSS nach Shannon in Irland.“
Neue Verbindungen von Linz gibt es seit März nach Zürich mit Robin Hood (zweimal täglich von Montag bis Donnerstag), seit Mai nach Palma de Mallorca mit Fly Niki fünfmal wöchentlich). Seit Juni gibt es Linz-Shannon mit Fly Niki einmal wöchentlich als Charterdestination. Seit Sommer 2010 wird ab Innsbruck nach Amsterdam mit Transavia bis zu dreimal wöchentlich neu geflogen und Köln/Bonn mit Welcome Air dreimal wöchentlich. Neue Charterdestinationen sind Bari, Mali Losinj, Lissabon, Saloniki, Newcastle mit Viking und Madeira. Neu ab Salzburg sind Hamburg mit Air Berlin und Köln mit Germanwings. Ab Klagenfurt sind die Reiseziele Köln und Hamburg mit Germanwings neu.
Eingestellt – zumindest vorübergehend – wurden die Verbindungen Linz-Gerona und Graz-Barcelona mit Ryanair.
Zielrichtungen
Worauf legen die Flughafenchefs ihren Fokus? Was sind ihre zentralen Projekte?
„Investitionen in die Flugsicherheit – Stichwort: Neubau Tower – und die weitere Sanierung der Piste in Höhe von rund einer Million Euro stellen die wichtigsten Vorhaben dar. Die Gesamtkostenschätzung für die Errichtung des neuen Towers ohne flugsicherungstechnische Anlagen beläuft sich auf rund 10 Millionen Euro. Der Spatenstich bzw. der Baubeginn ist für das Frühjahr 2011 vorgesehen, mit der Inbetriebnahme wird bis Ende 2012 gerechnet“, berichtet Hermann und unterstreicht ein weiteres Projekt: „Die Vorbereitungsarbeiten zur Umweltverträglichkeitsprüfung am Salzburg Airport laufen auf Hochtouren. Das Konzept für die Umweltverträglichkeitserklärung ist in der Endphase und soll im Sommer der zuständigen Behörde vorgelegt werden. Das Konzept stellt inhaltlich eine vollständige Übersicht über die Umweltverträglichkeitsprüfung dar. Mit diesem Konzept soll ersichtlich sein, welche Bereiche betroffen sind, und welche Sachverständigen befasst werden müssen. Von Seiten des Salzburger Flughafens wurden die Sachverständigen bereits ausgewählt. Entscheidend für die weiteren Gutachten wird die Luftverkehrsprognose 2025 sein. Derzeit ist diese Prognose in Ausarbeitung.“
Zu Widmanns künftigen Kernaufgaben zählen u.a. das Halten der bestehenden und das Dazugewinnen neuer Airlines und Destinationen sowie der Flugfrequenzen; die enge Zusammenarbeit mit den Reiseveranstaltern und Reisebüros sowie mit Wirtschaft und Tourismus; der weitere Ausbau des Rollwegsystems sowie die Zusammenarbeit mit den Anrainern und die Umweltarbeit bei der Entwicklung verschiedener Projekte.
„Nach der im Vorjahr durchgeführten Inn-Verlegung und gleichzeitigen Erweiterung des Pistenvorfeldes mit einem gesamten Investitionsvolumen von ca. elf Millionen Euro investieren wir 2010 rund vier Mio. Euro in die Modernisierung unserer Abfluggates und weitere zwei bis drei Mio. Euro in den Bereich Sicherheit. Für 2012 ist die westseitige Erweiterung des Parkhauses geplant. Ich möchte dabei betonen, dass alle unsere Investitionen und laufenden Kosten vom Flughafen erwirtschaftet und keine öffentlichen Gelder benötigt werden. Ich bin stolz darauf, sagen zu können, dass der Flughafen Innsbruck nicht nur einer der größten Arbeitgeber Tirols, sondern auch ein großer Investor in die heimische Wirtschaft ist“, unterstreicht Falch.
Gatterer legt auf Folgendes sein Hauptaugenmerk: „Ein wesentlicher Aspekt für den Flughafen Klagenfurt ist die Verbesserung der Standortfaktoren bzw. die Standortsicherung. Diesbezüglich gibt es eine Reihe von strategischen Projekten. Im laufenden Jahr werden zwei davon umgesetzt, nämlich die Errichtung eines hochwertigen neuen Hangars mit einer Fläche von rund 6.000 Quadratmetern und einer Vorfeldfläche von 12.000 Quadratmetern sowie die Errichtung eines Logistikzentrums auf einer Fläche von 40.000 Quadratmetern.“
„Neben der Prognose für das Jahr 2010 – wir erwarten hier ein gutes Ergebnis – hat natürlich die Akquisition von neuen Airlines und Flugverbindungen hohe Priorität. Weiters setzen wir verstärkt auf eine gute Zusammenarbeit mit Austrian Airlines und Fly Niki sowie allen anderen Airlines und Partnern am Standort. Wichtig ist natürlich die Fertigstellung der Terminalerweiterung Skylink“, verspricht Kaufmann.
Bild: AUA
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