Wer braucht Gastro-Kritiker?

 

Sie sind die Läuse in den Pelzen der Gastronomen – die Kritiker. Doch können sie wirklich Karrieren fördern? Haben sie das Zeug, mit Vorsatz zu zerstören? Wer braucht die selbsternannten "Fress-Päpste"? Oder sind sie überschätzt, überheblich und entbehrlich? FM hörte sich in der Szene um.

 

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Vorhang auf

Mit Naturschauspielen, attraktiven Angeboten aus den Bereichen Sport, Gesundheit, Kulinarik und Kultur sowie mit Kongress- und Tagungstourismus will Oberösterreich auch in Zukunft – vor allem als Kurzreise-Destination – punkten.


Im Tourismusjahr 2009 wurden in Oberösterreich 2.336.896 Ankünfte und 6.884.592 Nächtigungen verzeichnet. Das sind um 1,4 % mehr Ankünfte als im Jahr zuvor, die Nächtigungen liegen mit -0,2 % in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Besonders deutlich zeigt sich der Trend zur verkürzten Aufenthaltsdauer im längerfristigen Vergleich: Innerhalb von zehn Jahren stieg das Nächtigungsniveau um 2 %, während die Ankünfte einen Zuwachs von 22 % verzeichneten. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Touristen liegt derzeit bei knapp drei Tagen.

 

Als Gründe für die positive Entwicklung nennt man seitens des OÖ. Tourismus einerseits den gesunden Angebotsmix und die klare Spezialisierung der touristischen Angebote und Angebotsträger: „Neben den Schwerpunktthemen Gesundheit und Radfahren spielen auch weitere sportliche Themen – vom Wandern über Wintersport bis hin zu Golfen oder Reiten – sowie der Städte- und Geschäftstourismus eine wichtige Rolle in der oberösterreichischen Tourismus- und Freizeitwirtschaft. Diese klar nachvollziehbaren Angebote werden im Zuge des Themenmarketings systematisch an relevante Zielgruppen kommuniziert. Andererseits hat Oberösterreich durch seine zentrale Lage und die vielfältigen Urlaubs- und Freizeitmöglichkeiten bzw. Angebote für Geschäftstourismus gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten einen Vorteil: Kurze Anreisezeiten verlängern die Aufenthaltsdauer am Urlaubsort bzw. erleichtern auch Kurzreisen.“

 

Mehr als 11.500 Tourismus- und Freizeitbetriebe decken in Oberösterreich die Angebotspalette für unterschiedlichste Interessen ab. Insgesamt stehen 70.500 Betten in mehr als 4.000 Beherbergungsbetrieben zur Verfügung. Vor allem Qualitätsbetten sind gefragt. Je höher die Kategorie der Beherbergungsbetriebe, desto besser ist die Nächtigungsentwicklung und desto höher ist auch die Auslastung. Investitionen in Neu- und Ausbauten von Hotelbetrieben kommen diesem Trend entgegen. Alleine im Jahr 2009 wurden mehrere neue bzw. ausgebaute Betriebe eröffnet, sodass rund 1.200 zusätzliche Gästebetten im gehobenen Qualitätsbereich der Drei- und Vier-Sterne-Kategorie zur Verfügung stehen.

 

Belebung der Community

Um das Nächtigungsniveau und die Wertschöpfung für das Tourismusland halten zu können, liege die Herausforderung darin, immer mehr Gäste für einen Urlaub in Oberösterreich zu begeistern, erklärt Mag. Karl Pramendorfer, Vorstand des OÖ. Tourismus: „Auch aus der Tatsache heraus, dass die Gäste immer kurzfristiger buchen, wird dem Internet eine enorme Bedeutung beigemessen. Die attraktive Aufbereitung der Urlaubsinformationen im Internet und die Möglichkeit zur Online-Buchung des heimischen Tourismusangebotes ist zum wesentlichen Erfolgskriterium für viele Tourismusbetriebe geworden.“

 

So sind themenspezifische Internetplattformen oder Online-Kampagnen mittlerweile zentraler Bestandteil der Marketingaktivitäten im OÖ. Tourismus. Etwa mit der gecasteten Oberösterreich-Botschafterin, die auf der Social-Media-Plattform Facebook mit ihren persönlichen Berichten, Bildern und Videos ihrer Freizeiterlebnisse für Belebung in der Community und entsprechende Oberösterreich-Präsenz sorgt.

 

Die Tourismus- und Freizeitwirtschaft Oberösterreichs wurde in den vergangenen Jahren im Rahmen eines im „Kursbuch Tourismus und Freizeitwirtschaft Oberösterreich 2003 bis 2010“ dargelegten umfassenden, langfristigen Masterplans weiter entwickelt und erfolgreich vermarktet. Heuer wird eine Adaptierung an die markt- und wettbewerbsseitig geänderten Verhältnisse für die Periode 2011 bis 2016 vorgenommen. Ziel sei es, die erreichte Erfolgsposition Oberösterreichs abzusichern bzw. weiter auszubauen, erläutert Tourismuslandesrat Viktor Sigl: „Wir haben mit dem Kursbuch einen wichtigen Meilenstein gesetzt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sich über Entwicklungen Gedanken zu machen, Ergebnisse zu prüfen und die künftige Anpassung der touristischen Strategie für das Land Oberösterreich vorzunehmen.“

 

Der eingeschlagene Weg einer Positionierung des oberösterreichischen Tourismus über Themen („Themen-Strategie“) soll grundsätzlich beibehalten, jedoch zeitgemäß weiterentwickelt werden. Weiters sollen die Kräfte noch stärker gebündelt werden und bestehenden, länderübergreifenden Aktivitäten im Salzkammergut (OÖ, S, Stmk.) und im Inn- und Mühlviertel (OÖ, Bayern, Tschechien), sowie die ARGE Donau Österreich oder Kooperationen der Nationalparks ausgebaut werden. Damit sollen klare Verbindlichkeiten geschaffen werden, sowohl im touristischen Marketing als auch im Bereich der Standort- und Förderpolitik des Landes Oberösterreich.

 

Die touristischen Kernthemen finden sich auch im Angebot der laufenden Sommersaison. Kultur kann man heuer unter anderem in Linz (Triennale 1.0) und auf Schloss Parz bei Grieskirchen (OÖ Landesausstellung „Renaissance und Reformation“) genießen. Sämtliche Veranstaltungstermine, kulturelle Ausflugstipps und die dazu passenden Reise- und Übernachtungsmöglichkeiten wurden erstmals auf einer gemeinsamen Homepage (www.kultur-oberoesterreich.at) verknüpft. Ein neues Natur-Highlight wurde am 3. Juli eröffnet: der 450 Kilometer lange Donausteig verbindet die Natur- und Kulturlandschaften entlang der Donau. Wanderer gehen ihn beispielsweise als Weitwanderweg in mehreren Tagesetappen; speziell für Ausflugswanderer wurden zusätzlich 41 Donausteigrunden konzipiert. Die optimale Einbindung von Bahn, Bus und Schiff ermöglicht es, gezielt Teilstücke des Donausteiges in Angriff zu nehmen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln wieder an den Ausgangspunkt zurückzukehren. Auch hier haben sich Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe – insgesamt sind es 64 Donausteig-Wirte – auf den Wandergast spezialisiert.

 

Im Bereich Radfahren wurde zusätzlich zum Angebot für Tourenfahrer – vom Grenzlandradweg über den Donauradweg bis hin zum Salzkammergutweg – und zu den Mountainbike-Strecken im Salzkammergut oder in der Nationalparkregion Kalkalpen ein neues spezielles Streckenangebot für Rennradfahrer geschaffen. Im Bereich Gesundheit & Wellness setzt man verstärkt auf das Thema Kneippen als Ergänzung zu den Gesundheits- und Relaxhotels im Land und im Kongress- und Tagungsbereich bündelt das Convention Bureau Oberösterreich mittlerweile 44 professionelle Anbieter. Neu im Netzwerk der Tagungswirtschaft sind heuer das Amedia Hotel in Wels, das Villa Seilern Vital Resort in Bad Ischl, das Hotel am Domplatz in Linz und die Klausuralm Hochberghaus in Grünau. Oberösterreich sei also bei den touristischen Schwerpunktthemen gut aufgestellt, betont Mag. Pramendorfer: „Das qualitativ hochwertige Angebot entspricht den Bedürfnissen und Wünschen unserer Gäste. Für uns heißt es auch weiterhin, an der Qualität und an der Kooperation mit Partnern, auch branchenübergreifend, zu arbeiten, um die gesamte Dienstleistungskette für den Gast zufriedenstellend erlebbar zu machen.“

 

Wichtige Magneten

Der Tourismusverband Linz zieht im Jahresbericht LINZ,RETROSPEKTIVE eine positive Bilanz über Linz09: 738.555 Nächtigungen (ein Plus von 9,5 % gegenüber 2008), rund 130.000 persönliche Kontakte im Linz09-Infocenter, 1.600 bearbeitete Gruppenanfragen, 5.147 über die Tourist-Information gebuchte Nächtigungen im Rahmen von Wochenend-Arrangements, 5.100 TeilnehmerInnen bei den Stadtrundgängen und mehr als 600 betreute internationale JournalistInnen im Rahmen des Linz09-Prozesses. Tourismusdirektor Georg Steiner freut sich auch über den 1. Platz in der FM-Nächtigungsanalyse für das Jahr 2009: „Linz hat in der Kategorie 500.001 bis 1 Million Übernachtungen mit Abstand am stärksten gegenüber Mitbewerbern wie Graz, Kitzbühel oder Villach hinsichtlich der Zuwächse abgeschnitten.“

 

In den ersten fünf Monaten 2010 konnten die Nächtigungen um 1,2 %, die Anzahl der Ankünfte sogar um 4,4 % gesteigert werden. KR Manfred Grubauer, Vorsitzender des Tourismusverbandes, blickt daher optimistisch in die Zukunft: „Die positive Entwicklung ist für Linz wichtig, um die gute Auslastung in der Hotellerie aus den früheren Jahren auch angesichts zusätzlicher Betten, die 2009 entstanden sind, halten zu können. Highlights wie Triennale Linz 1.0, Pflasterspektakel, Top-Konzert-Events, Klangwolke oder Ars Electronica Festival sind dafür auch nach dem Kulturhauptstadtjahr wichtige Magneten für zusätzliche Nächtigungen.“

 

Wichtigster Magnet für Wels ist das FilmfestiWels, das heuer noch bis 1. August ganz im Zeichen von „Karibik und Kino“ steht. Das Event wird vom Tourismusverband Wels organisiert und das Programmkino Wels steht wieder als kompetenter Filmpartner zur Seite. Bereits zum achten Mal gibt es großartige Filme – von Oscar-prämierten Blockbustern bis zum anspruchsvollen Programmkino. Für die kulinarischen Highlights sorgt wieder ausschließlich die Welser Gastronomie, zahlreiche Live-Acts runden das Programm ab.

 

Bild: OÖ Tourismus

 

 

 

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