Wer braucht Gastro-Kritiker?

 

Sie sind die Läuse in den Pelzen der Gastronomen – die Kritiker. Doch können sie wirklich Karrieren fördern? Haben sie das Zeug, mit Vorsatz zu zerstören? Wer braucht die selbsternannten "Fress-Päpste"? Oder sind sie überschätzt, überheblich und entbehrlich? FM hörte sich in der Szene um.

 

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Hat der Alpenraum den Aufschwung verschlafen?

Dass der Toursmus weltweit gewachsen ist, ist am Alpentoursmus etwas vorbeigegangen. Eine Lobbying-Veranstaltung soll dieses Versäumnis analysieren.


Die Alpen sind heute mit ca. fünf Mio. Ferienbetten, 500 Mio. Übernachtungen und 120 Mio. Feriengästen eine der größten Tourismusregionen der Welt. Doch während der Tourismus weltweit in den vergangenen Jahrzehnten gewaltig wuchs, konnte der Alpentourismus diesen Aufschwung nicht in dieser Dynamik nachvollziehen. Die Lobbying-Veranstaltung "theALPS" will diese Thematik erstmals am 13. und 14. September in Innsbruck aufgreifen.

 

Neue Positionierungschancen

Der deutsche Markenexperte Klaus Brandmeyer wird dabei auch neue Positionierungschancen für die Alpen thematisieren. Brandmeyer verspricht für den Prolog von "theALPS" einen kritischen markentechnisch geprägten Blick auf jene Akteure, die das Handlungsfeld Alpen "in der Hand haben", also entscheidend gestalten. "Die Alpen sind ein starkes Resonanzfeld, die Berge lösen in den Seelen der Menschen starke Emotionen aus. Aber über die einzelnen Elemente und deren wirkungsvolle Zusammensetzung, denen diese hohe Anziehungskraft inne wohnt weiß man in Summe noch zu wenig", so Brandmeyer.

 

"Zu wenig detailliertes Wissen"

Über die Zusammensetzung der einzelnen Erfolgsfaktoren zu einem stimmigen markenkonformen Erscheinungsbild gebe es derzeit noch viel zu wenig detailliertes Wissen. In der alpinen Architektur ließe sich das laut Brandmeyer gut nachvollziehen: "Einige glauben Architektur immer weiter entwickeln zu müssen. So entstehen Räume, die möglicherweise am Ende nicht die Erwartungen erfüllen von jenen, die mit den Alpen im Herzen angereist sind." Der Kreislauf von Erfüllung und Erwartung dürfe in diesem Zusammenhang nicht gestört werden. "Jeder der ein Markensystem führt", so Brandmeyer, "kann diese Tatsache auch als eine Art Versklavung empfinden." Tatsache ist aber, dass der alpine Tourismus die von den Gästen erwarteten Glücksmomente weitestgehend erfüllen müsse - denn nachhaltige Störungen führen automatisch zum Beziehungsbruch. Deshalb sei das fundierte Wissen über die komplexen Erwartungsmuster der Gäste essenziell.

 

Bild: Dr. Klaus Brandmeyer

Foto: Brandmeyer Markenberatung

 


 

 

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