Uneinigkeit herrscht über die Wiedereinführung verpflichtender Schulschikurse.
„Die ständige Jammerei der ÖHV-Verantwortlichen über negative Nächtigungszahlen geht jedem Unternehmer auf den Wecker. Das ist keine Interessensvertretung, sondern eine Jammer-Vereinigung“, so ÖVP-Tourismussprecher und Nationalratsabgeordneter Gabriel Obernosterer gestern. Die Nächtigungszahlen seien entgegen ÖHV-Prognosen nur um 1% gesunken.
"Hätte Herr Obernosterer beim ÖHV-Hotelierkongress zugehört, wüsste er, worum es geht“, kontern die ÖHV-Präsidenten Peter Peer und Sepp Schellhorn. Die Umsatzentwicklung bereite Branchenkennern Sorge, nicht der Nächtigungsrückgang, kommentieren sie Obernosterers „unqualifizierte Aussage“.
Obernosterer will mittels einer Gesetzesnovelle die Wiedereinführung von verpflichtenden Schulschikursen erwirken. „Obwohl nun die Zahlen im Dezember schlechter sind und auch der Jänner nicht die Vorjahresergebnisse erreichen wird, ist die ÖHV gegen die Wiedereinführung der verpflichtenden Schulschikurse. Das, obwohl seit 1995 schon über 500.000 Schüler nicht mehr auf Schikurs gefahren sind“, meinte Obernosterer. Die Sichtweise der ÖHV-Präsidenten: „Österreichs Tourismus hat es nicht nötig, unter Zwang verkauft zu werden.“ Was Zwangscharakter habe, könne nicht als attraktiv wahrgenommen werden. Engagement statt inhaltsleerer Rundumschläge sei gefragt, so Peer und Schellhorn zu Obernosterer.
Falsche Prioritäten
Wenn Obernosterer den Schulschikurs wieder gesetzlich regeln will (die Pflicht wurde 1995 abgeschafft) brauche er „nicht die Zustimmung der ÖHV, sondern die des Koalitionspartners und eventuell die Unterstützung der Lehrergewerkschaft“, erklärt Peer. Dann müsse er aber mit Forderungen aus anderen Bereichen rechnen, etwa nach verpflichtenden mehrtägigen Städteausflügen, Sommersportwochen oder Thermenwochenenden.
Anstatt Steuern und Mitgliedsbeiträge der Betriebe zuerst einzuheben und dann über eine Förderung für Skikurse wieder zurückzuführen, wäre es sinnvoller, der Österreich Werbung Mittel zuzuführen: „Das bringt frisches Geld ins Land. Davon hätten die Betriebe und der Staat mehr, damit wäre dem Sommer- wie auch dem Wintertourismus geholfen“, so Peer. Auch die Abschreibungsmodalitäten sollten der Realität angepasst werden: „Wer alle 33 Jahre investiert, wird keine Gäste anlocken.“
Nach wie vor vermissen die ÖHV-Verantwortlichen eine offizielle Stellungnahme von Kärntens Tourismuswirtschaft auf die Bayern-feindlichen Aussagen aus dem Bundesland. Diese hätten Sympathien und Nächtigungen gekostet: „Hier lässt man die Tourismusunternehmer nach wie vor auf klare Worte warten. Die wären wichtiger als diese unqualifizierten Aussagen“, so Schellhorn.
Foto © ÖHV
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